Autor: Carolina

Rio de Janeiro: Eine Stadt wie keine

Was für eine Stadt! Ich dachte schon nach Buenos Aires hätte ich die beeindruckenste Stadt Südamerikas gesehen, doch dann kam Rio de Janeiro! Ich habe mich wahrhaftig verliebt in diese raue Stadt am Meer, umringt vom Zuckerhut und umarmt von Cristos. Die Stadt ist anders als alle andere Städte. Es scheint als würde die Natur die Stadt umwuchern und nicht anders herum. Felsen und Bäume umfassen Straßen in Santa Theresa oder auch in Lapa. Überall ist Natur; Blumen, Palmen, Felsen und das kristallblaue Meer. Und dann dieser Strand!! Copacabana ist unglaublich. Wir hatten sehr gutes Wetter auf dem Zuckerhut, also werden dir paar Wolken am Strand verziehen ;)… Die Stadt ist bunt und lebt! Jede kleine Gasse scheint belebt. Und ich verstehe meinen Lieblingsautor Stefan Zweig, wenn er folgendes über Rio de Janeiro schreibt: „Vor fast vierhundert Jahren, 1552, schreibt Tomé de Sousa, da er in Rio landet: Tudo é graça que dela se pode dizer. Man kann es eigentlich nicht besser ausdrücken als dieser rauhe Kriegsmann. Die Schönheit dieser Stadt, dieser Landschaft läßt sich …

Ilha Grande: Paradies auf Erden

Einer der schönsten Orte der Welt ist für mich nun definitiv Ilha Grande. Und da ich gestern die „berühmte“ Palme umarmt habe, werde ich auch auf jeden Fall zurückkehren, denn man sagt, dass das Umarmen der Palme einen zurück auf die Insel bringt. Jeden Morgen ging ich in dieses süße kleine Café mit dem wohl schönsten Ausblick, den man sich vorstellen kann und genoss hier Croissant und Cappuccino. Mehr Urlaub geht nicht! Wenn man bei diesem Ausblick frühstücken kann, man fast nahezu immer Sonne hat, in türkis-blauem Wasser bunte Fische schwimmen und einer der schönsten Strände der Welt, Lopes Mendes, auf einen warten, weiß ich einfach, dass ich wieder kommen werde. Außerdem habe ich ganz besondere Menschen kennen lernen dürfen. Zum einem Heidi, eine 72-Jährige Weltenbummlerin, die schon wirklich fast überall auf der Welt gelebt hat (Hawai, Teneriffa, Japan, Italien, Deutschland, USA, … ) und (natürlich) den Camino de Santiago gelaufen ist :). Und  Jeronimo, der eines der schönsten Häuser hat, die ich bis jetzt gesehen habe. Schaut euch dieses schöne Strandhaus an! Dieses wunderschöne …

Paraty: Kolonialstadt am Meer

Paraty ist eine Stadt voller Geschichten, wunderschöner Häuser im Kolonialstil, unglaublich tollen kleinen Läden junger Designer und einfach ein perfekter Ort, um ein Wochenende voller Spaß, gutem Essen und dem ersteigern einiger Souvenirs zu verbringen. Ich bin froh, dass nach dem anstrengenden Sâo Paulo, Montevideo und Buenos Aires alles ein bisschen gemütlicher wird. Und ich dachte schon in Colonia del Sacramento in Uruguay, dass es gar keine schönere Kolonialstadt geben könne, doch Paraty ist wie Colonia und dennoch 100-Mal schöner 🙈. Etwas entfernt von Paraty und dennoch sehr gut im Local-Bus zu erreichen, liegt die Hippie-Stadt Trinidade. Und wir hatten wirklich Glück! Neben super leckerer Fejoada (in etwas abgewandelter Form), dem Nationalgericht Brasiliens, gab es Cachaça for free. Die netten Kellner boten uns an, sich an der Cachaça-Bar zu bedienen und das haben wir dann auch gerne gemacht :). Liebe Grüße aus dem schönen Brasilien! Und noch ein letztes Bild aus Paraty, der schönen Stadt am Meer: ❤ Share this…FacebookPinterestTwitterGoogle+emailPrint

Iguassú: Weltwunder

Endlich sind wir in Foz de Iguassú. Und auch am Dreiländerdreieck zwischen Paraguay, Argentinien und Brasilien. Und ich möchte hier gar nicht so viel über die Schönheit der Wasserfälle schreiben, denn nicht umsonst gehört Iguassú zu einem der wichtigsten Naturweltwunder. Man kann nicht wirklich in Worte fassen, was man sieht. Schaut euch einfach folgende Bilder an und seht diese beeindruckenden Fälle, die in unendliche Tiefen zu fallen scheinen. Das obige Bild ist von der brasilianischen Seite, das folgende von der argentinischen: Leider muss ich sagen, dass neben Wassermassen auch Touristenmassen unterwegs waren. Und wenn man bei kurzem (reinem) Anblick des Naturspektakels angesprochen wird, doch nun endlich ein Foto zu schießen oder Platz zu machen, fragt man sich wann man denn wirklich das genießt was man sieht? Und wer tut es noch? Schießen wir nicht mehr Fotos als den reinen Moment zu genießen? Ich mache es nicht besser und wahrscheinlich genauso wie die anderen, aber es hat mich hier am Iguassú wirklich ein wenig geärgert … Nun wird noch ein wenig der Wasserfall genossen und dann …

Mercedes: Einfach leben

Einfach leben. Hier auf der Estancia in Uruguay fällt das nicht schwer. Eine Estancia ist so etwas wie eine Ranch und es gibt hier kein WLAN, kein wirklich warmes Wasser und auch sonst nicht viel, doch trotzdem oder gerade deshalb waren die paar Tage hier auf der Ranch richtig schön. Zum ersten Mal im Leben ging ich angeln und wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte, als dann wirklich etwas anbiss. Außerdem gingen wir reiten, backten Empanadas, machten Stockbrot am Lagerfeuer und genossen die Zeit vor Iguassú, dem Weltwunder Brasiliens, was wir in einigen Tagen besuchen werden. Bei Lagerfeuer und Kerzenschein hatten wir eine wirklich tolle Zeit und beim Betrachten der Bilder sehe ich noch einmal mehr, wie schön es auf der Estancia war. Ich konnte mich gar nicht entscheiden welche tollen Bilder ich euch zeige, aber das wird sicher nochmals schwerer in Iguassú. Denn nun ist die Zeit in Uruguay vorbei und es geht per Nachtbus und 19-stündiger Busfahrt weiter nach Brasilien und von dort nochmals auf die argentinische Seite der Wasserfälle. Ich …

Montevideo: Auf der Sonnenseite

Montevideo, die uruguayische Hauptstadt ist ein bisschen so wie Monaco und etwas entfernt in Puente del Este, wohnen die reichsten der reichsten Uruguays. Was und hier in den letzten Tagen aufgefallen ist, sind zwei Dinge: Mate, Mate, Mate Überfüllte Banken Zu dem Mate-Tee gibt es morgen auf der Estancia in Mercedes ein schönes Bild. Mate-Tee ist eine Art Grüntee, der hier zu jeder Zeit getrunken wird. In Montevideo laufen zahlreiche Menschen mit Teebecher mit „Strohhalm“ und Thermoskanne unter dem Arm herum. Das zweite, was uns hier auffällt sind die Banken. VISA gibt 10-25% Rabatt (auf alles in allen Läden!!!) wenn man mit Karte zahlt. Zum anderen gibt es lange lange Schlangen an Bankschalter. Was ich mir hier zusammen reime (in Anbetracht des Währungsfalles des brasilianischen Reales vor zwei Wochen) ist, dass entweder gerade schon, oder aber in den nächsten Tagen/Wochen ein kleiner Crash bevorsteht, da der Staat/die Banken versuchen Bargeldauszahlungen mehr und mehr zu beschränken und Kartenzahlungen bevorzugen, aber das ist nur meine Meinung. Mal schauen, was kommt 🙂 . Nun aber zum Fussball ⚽. …

Colonia del Sacramento: Vergangene Zeiten

Colonia del Sacramento ist eine schöne, kleine verschlafene Kolonialstadt am Wasser und nur einige Stunden von Buenos Aires entfernt. Willkommen in Uruguay! Kleine hübsche Kacheln zieren die Hauswände und auf breiten Alleen parken so einige Oldtimer. Uruguay ist bekannt als „Schweiz Südamerikas“, was man vorallem an den Preisen merkt; alles ist unglaublich teuer! Eine kleine 0,5Liter Wasserflasche unter 1,30€ habe ich hier nicht gefunden. Aber Colonial del Sacramento ist auf jeden Fall eine schöne Ablenkung nach dem hektischen Buenos Aires! Am späten Nachmittag wurde dann „Fernet con Coca“, das uruguayische „Nationalgetränk“ getrunken. Hier muss ich ein bisschen schmunzeln, da „Nationalgericht“ auch Chivitos sind. Und Chicitos sind belegte Brötchen… Aber dafür ist hier alles ganz entspannt, was vielleicht auch mit dem staatlichen und legalem Anbau von Marihuana liegt, das hier öfters, jedoch nicht so oft wie erwartet, in der Luft liegt… Neben dem Fernet wird hier aber vor allem Mate-Tee getrunken. Überall wo man schaut, laufen Jung und Alt mit Matebechern durch die Gegend, aber dazu morgen mehr und angeblich gibt es auch eine Sprache des …

Buenos Aires: Mafalda, Tango, Alfajor

Buenos Aires; die „guten Lüfte“ hatten wir hier leider nicht. Dafür ein paar dennoch schöne Regentage in der argentinischen Hauptstadt. Trotz Regen, Wolken und Kälte möchte ich auf jeden Fall wieder kommen; oder vielleicht gerade deshalb? In Buenos Aires begeistert die Vielfalt der einzelnen Stadtviertel; das früher noble San Telmo in dem jetzt jeden Sonntag allerlei Antiquitäten gekauft werden können, das Tango und Graffiti-Viertel La Boca mit dem berühmten Stadion der La Boca Juniors, das Viertel Ricoleta mit dem berühmten Friedhof auf dem einige Gräber kleinen Mausoleen gleichen und dann unter anderem natürlich noch Palermo. Buenos Aires ist eine Stadt der Gegensätze, was man nicht nicht nur in den besagten Stadtviertel, sondern auch in der Politik und Geschichte der Stadt sieht. Argentiniens dunkle Geschichte der Diktatur und dem verschwinden zahlreicher Erwachsenen und gerade auch Kinder bewegt auch heutzutage noch viele Mütter der „Niños Perdidos“ auf den Platz vor dem Casa Roseada zu Protestmärschen. Auf dem Boden sieht man weiße Tücher auf den Stein gemalt, die Babytücher der verlorenen Kinder symbolisieren. Und dann gibt’s natürlich auch …

Buenos Aires: Vamos Argentina

¡Vamos Argentina! Auch nach dem Camino merkt man, dass der Weg, auf dem man tolle Menschen trifft, noch lange nicht vorbei ist. Wieviele Menschen kreuzen täglich unseren Weg? Wieviele Gesichter, Geschichten und Anekdoten, wieviele Persönlichkeiten? Da ist ein Flughafen, wie ein Drehkreuz der verschiedensten Begegnungen. Habe eben durch Zufall den argentinischen Kommentator der Fussball-WM getroffen. Aufgrund einiger Flugänderungen und Verspätungen ist er nach 4 Tagen in Sâo Paulo gelandet. Da ich sowieso vorhabe eines Tages zur WM zu fahren, war es super spannend zu hören wie die diesjährige WM war (Argentinien ist ja im Achtelfinale ausgeschieden…). Und die WM in Russland soll richtig toll gewesen sein :). Federico hat ganz begeistert von der russischen Gastfreundschaft, dem wohl schönen Kasan, Warink und Palemeni erzählt. Es muss toll sein, die ganze Welt auf einem Haufen zu haben. Und ich als bekennender Lionel-Messi-Fan, habe auch ein kleines Andenken von ihm bekommen 😍. Die Entscheidung steht; Qatar ich komme in 2022! Und hoffentlich ist Messi dann noch dabei! ¡Vamos Argentina! ¡Y nos vemos en Qatar Federico! ⚽ Share this…FacebookPinterestTwitterGoogle+emailPrint

Sâo Paulo: Umbanda, Tarot & Pâo de Queijo

„Sâo Paulo ist nicht Rio.“ Ist das erste was meine Pilgerfreunde nach meiner Ankunft in Brasilien über SP sagen und das zweite: „Sâo Paulo ist ein Gourmet-Himmel!“ Fühle mich als hätte ich in den letzten 2 Tagen ein bis zwei Kilos zugenommen. Denn gestartet wird der Tag mit himmlischen Pâo de Queijo, Croissants, Tapiocas und Sanduiches. Mhmmm. Pâo de Queijo ist ein weiches Käsegebäck mit dem man in Europa bestimmt reich werden würde. Allgemein gibt es hier Delikatessen, die bei uns sehr sicher den einen oder anderen Magen füllen würden und einen Hype auslösen könnten. Habe nun also ein Plan D für meine berufliche Laufbahn :). Denn meine zweite kulinarische Idee ist, den zwar schon bekannten Mate Tee, in meinem zukünftigen Pâo-de-Queijo-Laden zu vermarkten, doch so, wie hier in Brasilien, denn wie hier habe ich ihn noch nie getrunken! Wirklich himmlisch! Doch neben dem himmlischen Essen (Mittwoch ist städtischer Fejoada-Tag, was ein Glück) hat mich noch etwas anderes begeistert: Stellt euch vor ihr seid in China-Town, vor einer katholischen Kirche, vor der afroamerikanische, ältere Damen …

Lissabon: Pura poesia

Pessoa, Pessoa, Pessoa. An jeder Ecke, in den Buchläden der Stadt, den Cafés, den Plätzen. „Hier war Fernando Pessoa“. Wer also ist er, der größte portugiesische Schriftsteller des 20. Jahrhunderts? Er ist der Literat der Moderne, der Übersetzer der inneren Dichotomie (so heißt es). Er ist futuristisch und nostalgisch, euphorisch und depressiv. Er ist alles in einem. Pessoa selbst verwendete mehrere Synonyme wie Alberto Caeiro, Ricordo Reis und Álvaro de Campos. Alle mit einer eigenen Geschichte, einem eigenen Stil und doch alle nur einer: Fernando Pessoa. Fernando Pessoa spricht einem aus der Seele. Simple Wörter, komplexe Strukturen, große Bedeutung: „Uns, com os olhos postos no passado, vêem o que nâo vêem; outros, fitos Os mesmos olhos no futuro, vêem o que nâo pode ver-se. Porque tão longe ir pôr o que está perto – a segurança nossa? Este é o dia, esta é a hora, este o momento, isto é quem somos, e é tudo. …“ – Fernando Pessoa Und immer sagt er : „Colhe O dia, porque és ele.“ Lebe den Tag und den …

Lissabon: Zwischenstopp

Was eine wunderschöne Stadt! Von der TAP wurde mir angeboten ein paar Nächte für einen Zwischenstopp in Lissabon zu bleiben und da ich noch nie in Portugal war, musste ich das natürlich annehmen (zumal auch keine Mehrkosten entstehen und man einen Voucher mit ganz vielen Rabatten bekommt –> Geheimtipp ;)) Da ich keinerlei Erwartungen an Lissabon hatte, bin ich nun total begeistert von dieser schönen Stadt am Meer, die mich an eine Mischung aus Bologna und Barcelona erinnert. Mit mildem und dennoch warmen Klima, super-leckerem Essen, einer malerischen Altstadt und Museen wohin das Auge reicht. Bekannt ist Lissabon ja auch für seine schöne Keramik, die hier und dort eine Hauswand schmückt und natürlich für … Fußball. Doch leider war hier nicht viel mit WM-Stimmung nach dem gestrigen Spiel … Ganz gemütlich musste natürlich erstmal eine kleine Fahrt mit der berühmten Tram 28 unternommen werden, bevor es ins Castello Sâo Jorge und anschließend ins MAAT und ins Museum für zeitgenössische Kunst ging. Und obwohl ich von moderner „Kunst“ wirklich nicht viel halte, fand ich diese Austellung …

Auf geht’s nach …

Frankfurter Flughafen Irgendwie geht es nun schon wieder los, obwohl es mir doch sehr so vorkommt, als ob ich gestern erst aus León und vom schönen Jakobsweg zurück gekehrt wäre. Und zwar geht es nach Südamerika und dort vorallem nach Brasilien, mit einem Abstecher nach Buenos Aires und Montevideo in Uruguay. Und eigentlich war natürlich alles wieder anders geplant, aber wie das mit mir und meinen Plänen nun so ist … Irgendwie wird immer alles anders, aber das ist ja auch irgendwie dann wieder ganz schön so :). Erster Abstecher wird, nach einem kleinem Zwischenstopp in Lissabon, Saô Paulo Das Saô Paulo, von dem jeder dem ich erzähle, (egal ob zu Hause oder hier am Flughafen) sagt: „Na dann pass mal gut auf dich auf.“ Und das werde ich natürlich! Und vor allem werde ich den lieben Leo, ein Mitglied meiner Pilgerfamilie von 2017, besuchen. Er ist nun schon das dritte Mitglied unserer sechsköpfigen Camino-Familie, den ich nach Mai 2017 wiedersehen darf. Und ich hoffe, dass wir bald eine „Reunión“ der ganzen Jakobsweg-Familie zustande bringen. …

Nach dem Camino, Teil II

Über Mark Forsters „Auf dem Weg“ und zauberhafte Erinnerungen Eigentlich sollte ich genau in diesem Moment gerade Lernen – doch dann bin ich auf dieses Bild gestoßen und dachte: „Ohh, bin etwa ich das?“ Durch Zufall habe ich ein Gruppenporträt von meinen lieben Camino-Freunden und mir entdeckt. Wer weiß wann und wo Lira, eine nette Koreanerin, die ich kurz hinter Estella-Lizarra traf, es gemalt hat. Und sie hat es und nicht einmal erzählt! (Lira, that´s amazing, thank you so much!). Auch dieses schöne Bild ist von ihr: Hier seht ihr uns 5 Originale 🙂 – ganz links ist die Künstlerin zu sehen: Dies war einer der schönsten und fast letzten Abenden des Caminos! Bin sehr dankbar, dass ich diese lieben Leute treffen durfte. Lira hat noch mehr Jakobsweg-Bilder gemalt und ich finde ihre Werke richtig toll! Schaut doch einfach mal auf ihre Seite: https://www.instagram.com/lira_kkori/ Gerade jetzt wo der Alltag uns alle wieder mehr und mehr einholt, die Erinnerungen, aber auch wir selber immer mehr in die Ferne rücken und uns nun auf unterschiedlichen Pfaden befinden …

Carolina Travelina

Nach dem Camino, Teil I

Nimm es dir nicht so zu Herzen Kaum ist man wieder daheim und öffnet sein E-Mailpostfach nach wochenlangem (einigermaßen kontinuierlichem) offline sein , geht der Stress auch schon weiter beziehungsweise fängt wieder von vorne an. Und wie kann ich meinen Zustand der Tiefenentspannung in meinen Alltag einbauen? Auf dem Camino war es natürlich einfacher. Auch dort gab es unangenehme Situationen, mit denen man sich auseinander setzen musste. Doch man konnte auch „weiterlaufen“. Ein spanischer Pilgerfreund sagte zu mir: „Carolina egal was passiert – nimm es dir nicht so zu Herzen. Du selbst gibst Dingen und Momenten eine Bedeutung. Du selber kreierst Stress. All das bist du. Versuche eine Art Schmetterling zu sein und halte dich nicht zu lange bei Orten, Blumen, Menschen auf, die dir nicht gut tun. Flieg weiter und nimm dir, bitte bitte, nicht alles so zu Herzen.„ Und natürlich hat er Recht – wie immer. Leider. Was kann ich nun also tun, um mich durch den Alltagsdschungel zu schlagen? Gibt es eine Art Geheimrezept? Mit meinem Pilgerfreund stellte ich ein paar einfache …

Camino Tag 16: Fazit

León, vor der Kathedrale & Madrid, Callao Ich sitze gerade vor der Kathedrale in León und warte auf mein „Mind-Appointment“ auch wenn ich glaube, dass meine gedachte Verabredung wohl etwas zu spät war :). In der Zwischenzeit ist es nun Zeit ein Camino-Fazit für meinen Jakobsweg 2018 zu finden. Fleißige Leser haben bestimmt bemerkt, dass ich meinen kontinuierlichen Jakobsweg ab Burgos ein bisschen durcheinander gewürfelt habe. Von Santo Domingo de la Calzada ging es nach Astorga, von dort zu Fuß nach Ponferrada 2 Tage und heute zurück zu meiner Camino-„Crowd“ in León, den Menschen mit denen ich in Saint-Jean gestartet bin. Glockenschlag drei und keine Pilgerverabredung hier, mist! Es wäre auch zu schön gewesen, wenn es ein Jahr später nochmals geklappt hätte. Nächstes Mal lasse ich mir wohl einfach die Telefonnummer geben … Freue mich sehr, dass ich liebe Pilger aus Deutschland, Sebastian, Dana und Ralf durch Zufall in León wieder traf! So konnte man sich nochmals richtig verabschieden. Den Abend ließ ich mit einem meiner Lieblingscanadier ausklingen, der bekennender Anti-Pilger ist. Ihm gefällt zwar …

Camino Tag 15: Leichtigkeit

Ponferrada, 29km Das „Cruz de Ferro“ ist eines der wichtigsten Ziele und Stationen des gesamten Caminos, denn hier darf man seinen „Sorgen“-Stein ablegen, den viele bereits von zu Hause mitnehmen. Motto des Tages ist also „Ballast abwerfen“. Gerade diese heutige Strecke war letztes Jahr unglaublich wichtig für mich. Deswegen war es umso schöner, dass ich Quique, den Radpilger aus Burgos wieder traf, der mich den halben Tag begleitete. Sonst hätte ich mich – gerade heute – ein bisschen allein gefühlt. Gegen 8Uhr fing es dann auch noch an zu schneien! Es war aber wirklich die richtige Entscheidung, den Zug nach Astorga zu nehmen, um diese Strecke zu laufen, das kann ich spüren :). Letztes Jahr wurde mir an dieser Stelle ein Schlüssel für ein Schloss (siehe Bild) gegeben, welches ich auch wieder fand und froh war, mein Ballast, den Schlüssel, dort zu lassen. Den manche Dinge gehören einfach zusammen, so wie das Schloss und der Schlüssel, und es fühlte sich mehr als gut an, beide Dinge wieder zusammen zu bringen. Als ich vor der Reise …

Camino Tag 14: Wieder zurück

Zugfahrt, durch die Meseta, etwa 250km Heute morgen hatte ich in Santo Domingo de la Calzada die Eingebung irgendwie doch nochmal weiter zu laufen und zwar nach Foncebadón, um morgen in aller Frühe meinen „Sorgenstein“ am Cruz de Ferro abzulegen. Nur ist es gar nicht so einfach dort anzukommen! Gegen 7:30Uhr machte ich mich in Santo Domingo via Bus auf den Weg und bin nun im Zug auf dem Weg nach Astorga um dann gegen 15Uhr loszulaufen! Mal schauen was dieser Tag so bringt! Foncebadón, 28km Wen man merkt, dass man das richtige getan hat, obwohl man vorher viele Zweifel hatte, ist es ein wunderbares Gefühl! Und gerade die Zweifel vorher, machen es eigentlich noch schöner, denn sie zeigen, dass Zweifeln erlaubt ist! Man muss sich nicht immer sich sein, über seinen Weg und seine Entscheidungen, sondern es reicht zu wissen, dass man wahrscheinlich den richtigen gewählt hat, da wahrscheinlich wahrscheinlich der Moment kommt, indem es sich richtig anfühlt :). So wie meine spontane Rückkehr zum Jakobsweg für ein paar kurze Etappen. Ultreia ❤ Share …

Camino Tag 13: Wegbegleiter

Burgos, Café am Marktplatz Ich sitze gerade mit einem Kaffee auf dem Plaza Mayor in Burgos und lasse die letzten Tage Revue passieren. Es sind unglaubliche Dinge passiert! Ich komme mir selbst so vor, als wäre ich innerhalb der letzten 3 Tage um einiges älter geworden. Im Sinne von den Erfahrungen, die ich gemacht habe und deswegen habe ich mich auch nun dazu entschlossen, dass ich – aufgrund eines wunderschönen gefühlten letzten Tag des Caminos – meinen Jakobsweg heute beende, da alles so wie es wahr unglaublich perfekt war. Die 5 Tage, die ich für den Abschnitt zwischen Burgos und Leon eingeplant hatte, werde ich bei Freunden in Santo Domingo de la Calzada verbringen (einem Teil meiner Camino-Family von 2017). Ich weiß gar nicht wie ich die letzten Tage beschreiben soll und will deshalb nun etwas über meine Wegbegleiter schreiben, die nun schon wieder mit gepackten Rucksack auf dem Weg nach Hontanas, Carrion de los Condes oder weiter sind. Danke für diese wunderschöne Zeit mit euch! Oben seht ihr meine lieben Pilgerfreunde an unserem zweiten …

Camino Tag 12: Entschlüsse

Burgos, 26 km Was ein wunderschöner Tag! Morgens sind wir aus San Juan de Ortega gestartet und ich habe beschlossen meine Reise in Burgos zu beenden, um die letzten Tage bei meiner Camino-Family zu verbringen. Der gestrige Abend war genial! Wir haben eine verrückte Krankenschwester aus Irland kennen gelernt, die uns allen Valium-Tabletten aufschwatzen wollte und Stefan aus Schweden. Mit der Argentinierin Melisa ging es dann weiter Richtung Burgos. Der heutige Weg ist einer meiner Lieblingsstage gewesen, vorallem der Aufstieg hinter Atapuerca! Schaut euch diese tollen Steinfelder an! Auch unser Abend in Burgos Altstadt war sehr sehr schön – und wurde noch schöner, als wir eine „Geheimtür“ entdeckten, die uns erlaubte unseren Tag in Burgos gesellig ausklingen zu lassen. Denn eigentlich muss man um 22Uhr in der Herberge sein… Ultreia und ganz liebe Umarmungen aus Burgos ❤ Share this…FacebookPinterestTwitterGoogle+emailPrint

Camino Tag 11: Spielfiguren

San Juan de Ortega, 15km Heute habe ich ein wenig geschummelt und mich von meinem Camino-Papa Jorge von Santo Domingo nach Orca fahren lassen, um wieder Anschluss an meine Gruppe zu gewinnen. Bin zur Zeit am Hin und Her überlegen, ob ich weiter nach León laufen soll, oder das Wochenende in Santo Domingo verbringen werde. Irgendwie zieht es mich aber wieder auf den Weg und wir glauben, dass wenn man den Weg beginnt, ihn auf irgendeine Art zu Ende bringen muss. Wie Spielfiguren in einem Spiel. Ich habe das Gefühl, das noch 3 Tage mit Camino-Erfahrungen auf mich warten! Share this…FacebookPinterestTwitterGoogle+emailPrint

Camino Tag 10: (Ge-)danken

Santo Domingo de la Calzada, 4km Heute ist ein Tag an dem ich meine eigene Weltanschauung ein bisschen korrigieren muss und feststelle, dass ich ziemlich dankbar sein darf und auch muss für alles was ich hier gerade erlebe und „bekomme“. Und ich glaube auch, dass ich ein wenig undankbar war – denn ich weiß noch, wie ich mich letztes Jahr einige Monate nach dem Camino und einigen Hochs und Tiefs ziemlich geärgert hatte, dass ich auf dem Camino so viel gegeben hatte. Nicht nur emotional hatte ich sehr viel investiert, allgemein kam es mir einige Monate nach meinem Jakobsweg so vor, dass das Leben ein wenig ungerecht ist. Denn ich hatte das Gefühl, dass ich auf dem Weg mehr gegeben als genommen hatte. Und nun aus einiger Distanz betrachtet, schäme ich mich etwas für meine Gedanken. Denn was ich die letzten Tage alles für Einladungen und Geschenke bekommen habe ist unglaublich! Dieses Jahr bin ich wohl der „Nehmer“ und letztes Jahr bin ich eben ein bisschen mehr der „Geber“ gewesen – doch die Balance ist …

Camino Tag 9: Überraschungen

Santo Domingo de la Calzada, 32,1km Heute ist ein ganz besonderer Tag, denn ich besuche einen Pilgerfreund vom letzten Jahr, der im schönen Santo Domingo de la Calzada wohnt! Zufällig ist er auch einer der Organisatoren des jährlichen Stadtfestes des „Santo Domingos“ welches immer von Anfang Mai bis zum 11/12.Mai statt findet. Ich habe heute also die Ehre, in der ältesten Pilgerherberge des Weges, Teil der großen Feier zu sein (und meine Pilgerfreunde sind alle sehr sehr neidisch ….). Lustigerweise kannte der Herbergsvater mich noch, da ich letztes Jahr hier „Hospitalera“ spielen durfte und dafür mit Eis und Wein belohnt wurde (Bild unten). Eigentlich wollte mich mein Camino-Freund Jorge seinen Freunden, die in der Herberge arbeiten, vorstellen, aber die zwei kannten mich schon, das war super lustig :). Wir hatten eine sehr schöne Feier in der Herberge und ich freue mich sehr einige Traditionen der Santo-Domingo-Woche kennen gelernt zu haben. Ich durfte auch ein paar meiner Pilgerfreunde in den Saal schmuggeln… Share this…FacebookPinterestTwitterGoogle+emailPrint

Camino Tag 8: Begegnungen

Ventosa, etwa 20km Wahrscheinlich ist es hier auf dem Camino wie überall – und dann doch irgendwie ganz anders. Denn heute möchte ich von Menschen berichten, die mir in unglaublich kurzer Zeit sehr ans Herz gewachsen sind. Menschen, denen ich, hier auf dem Jakobsweg, nur ab und zu begegne aber das Beste daran ist, dass es Menschen sind, denen ich immer und immer wieder ohne jegliche „bewusste“ Verabredung jeden Tag erneut über den Weg laufe :). Heute zum Beispiel habe ich in einer sehr kleinen Albergue in einem sehr sehr kleinen Dörfchen eine liebe Argentinierin wieder getroffen, die ich 3 Tage nicht gesehen hatte. Und wir hatten uns unglaublich viel zu erzählen. Es fühlte sich an, als hätte man sich Jahre nicht gesehen und trotzdem dann wieder so, als würde eine Freundschaft seit Kindertagen bestehen. Aber nicht nur die Argentinierin traf ich aus „Zufall“ heute wieder, sondern auch die beiden Powerfrauen aus Dänemark, einen jungen Deutschen aus Würzburg und viele viele mehr. Wir laufen uns alle irgendwie immer wieder in die Arme und das fühlt …

Camino Tag 7: Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Logroño, 21,8km Heute waren wir am richtigen Ort zur richtigen Zeit denn es war 25igste-Jahrfeier der „Albergue Municipal“/Herberge aus Logroño! Als wir gegen 12Uhr ankamen, wurden wir schon auf der Straße von Kamerateams und heimische Reporter begrüßt und bekamen ein Pilgerbrot, Wein aus der Region „Rioja“ (Logroño ist Hauptstadt) und ein Pilger-Shirt gratis geschenkt! So ein Empfang kann man gerne öfter haben ;). Abends gab es noch eine Party mit super viel Essen, Wein und Musik! Wir hatten alle einen wirklich schönen Tag zusammen! Ich freue mich total darüber, dass ich den netten Engländern, Ben, von Tag 2 (der, der mich vom Weg abrachte) und die anderen Pilger immer besser kennen lerne. Auf den Fotos seht ihr großartige Pilger aus Korea, Brasilien, England, Texas, Italien und Frankreich. Es ist unglaublich toll, wie der Camino hier alle zusammen bringt und wie schnell man hier einen Draht zueinander findet. Back to Camino Spirit! Share this…FacebookPinterestTwitterGoogle+emailPrint

Camino Tag 6: Inspire someone today

Torres del Rio, 28km Was ein schöner Tag! Morgens ging es ein bisschen zu früh (5Uhr) los und der „Weinbrunnen“ des Monasterio de Iraché war leider noch geschlossen. Es war auch so dunkel, dass ich keine gelben Pfeile finden konnte, aber zum traf ich einen Jogger, der mich ein Stück begleitete und mir den Weg zeigte. Es ging durch kleine Örtchen und durch eine wunderschöne, wenn auch etwas triste Landschaft. Beim Frühstück traf ich eine Deutsche, eine Engländerin und einen Amerikaner und irgendwie kamen wir auf meine „Karma“-Karten, die ich dabei habe. Auf meiner Karte des Tages stand: „Inspire someone today“. Und wie inspiriert man am besten? Vielleicht in dem man alle 52 Karmakarten auf dem Camino verteilt? Später traf ich zwei liebe Südkoreaner und eine Nonne in Los Arcos mit dem wunderschönen Namen Milagro, die mich zum Abendessen einlud. Aber da ich noch ein bisschen weiter laufen wollte, entschloss ich mich, mich den anderen und dem gemeinsamen Pilgermenü anzuschließen. Zu guter Letzt hatte ich noch eine lustige Wette mit dem Kellner, ob Real Madrid …

Camino Tag 5: Einer dieser Tage

Ayegui, 24km Manchmal gibt es Tage, an denen einfach alles doof ist. Und genau solch ein Tag ist heute! Mir kann man es heute so gar nicht recht machen und das obwohl ich zum ersten Mal auf diesem Weg, mehr als 4h in einer Herberge, schlafen konnte. Das Wetter wird wieder besser und auch den schweren Rucksack auf meinem Rücken spüre ich kaum mehr. Doch trotzdem hat meine schlechte Laune heute nur Situationen herauf beschworen, die alles noch doofer machten – wie Mitpilger, die mit mir über Sachen reden wollten, über die ich einfach gar nicht gerne rede… Ich weiß, dass es hauptsächlich an mir liegt und man eigentlich immer selber für seine Laune verantwortlich ist – aber es gibt diese Tage an denen man es nicht ändern kann ;). Nach einer warmen Dusche sieht die Welt auch wieder ganz anders aus und ich werde nun für meine Pilgerfreunde ein (hoffentlich) leckeres Abendessen kochen. Hätte ich gewusst, dass auch zwei Italiener meine italienischen „Kochkünste“ probieren wollen, hätte ich vielleicht nicht gerade Zutaten für italienische Pasta …

Camino Tag 4: Vergeben, vergessen!?

Puente la Reina, 18,5km Heute waren wir auf dem Alto de Perdón. Ist es schwieriger sich selber zu vergeben oder eher denjenigen, die sich uns gegenüber auf irgendeine Art und Weise „schuldig“ gemacht haben? Denn heißt vergeben, nicht „Schuld zu erlassen“? Und heißt das wieder rum, das Vergebung immer mit persönlicher Schuldzuweisung zusammen hängt? Denn wie kann ich vergeben, wenn ich nicht das Gefühl habe, dass mir Unrecht getan wurde? Und ist „Unrecht“ nun also mit meiner persönlichen Moral gekoppelt, mit meinen persönlichen Erwartungen? Erwartungen heißt, dass ich selbst diejenige oder derjenige bin, die durch meine Haltung und meine Gedanken „Unrecht“ empfinden kann, denn ich meine mit diesem Unrecht keine strafrechtlichen Gesetzesbrüche und sagen wir „klare Grenzüberschreitungen“, sondern das kleine Unrecht des Alltags, denn das ist das Unrecht das ich kenne und das der ältere deutsche Pilger meinte, mit dem ich am Flughafen über den „Alto de Perdón“ (auf Deutsch: Höhe/Berg der Vergebung) sprach. Nach christlicher Pilgertradition ist dies der Berg auf dem man Menschen vergeben soll, die einem auf irgendeine Art und Weise Unrecht …

Camino Tag 3: Take your time

Cizur Minor, etwa 10km Heute war ein sehr gemütlicher Tag und wir sind nur etwa 10km gelaufen, da die gestrigen 40km wirklich etwas zu viel für unsere Füße und auch unsere Rücken waren! Da das Wetter zur Zeit sehr zwischen prallem Sonnenschein und Regenschauer schwankt, beschlossen wir statt nur bis Pamplona doch bis Cizur Minor, vor dem schönen Alto de Perdón, zu laufen. Ich freue mich echt darüber, dass der nette Kandier zur Zeit meine Pilgerbegleitung ist! Man kennt aber auch die anderen auf dem Weg mitllerweile mindestens schon vom Sehen und wir haben uns sehr gefreut, die beiden lieben älteren Herren aus Frankreich durch Zufall in unserer Herberge wieder zu treffen. Langsam wird mir wieder mehr und mehr bewusst, dass der Camino nicht nur irgendein Weg ist – aber dazu morgen mehr :). Letzte Nacht war furchtbar, da in dem Zimmer mehre Schnarcher waren, der Mann im Bett unter mir mitten in der Nacht anfing zu schreien und ein anderer im Bett neben mir kontinuierlich laut Schmatzgeräusche machte. Im heutigen Zimmer sehen unsere Mitpilger …

Camino Tag 2: Held des Tages

Villava, etwa 40km hinter Roncesvalles Was ein anstrengender aber schöner Tag! Irgendwie liefen wir viel viel weiter als gedacht. Morgens war ich leider erstmal als „Pilgerschreck“ in der Klosterherberge unterwegs, denn da ich weder einschlafen noch aufwachen konnte, hielt ich es irgendwann im Klosterkeller nicht mehr aus und wollte mich deshalb gegen 5Uhr morgens auf den Weg machen, nur um festzustellen, dass die schwere Klosterpforte noch geschlossen war. Als ich dann doch vom Herbergsvater rausgelassen wurde und vor dem dunklen Buchenwald stand und ein paar Schritte ging, drehte ich auch gleich wieder um und setzte mich neben das berühmte „Santiago-Schild“, um mit dem ersten Pilger, der mir über den Weg lief, diese dunkle Passage zu meistern. Denn es war wirklich stockduster und nicht einmal Vogelgezwitscher zu hören! Der Italiener, der mir gegen 06:30Uhr entgegen kam, war auch froh, dass wir zu zweit waren, da zwei Lampen immerhin mehr Licht geben als eine :). Einige Zeit später traf ich einen jüngeren Engländer und wir verquatschten uns, sodass wir total vom Weg abkamen und einen etwa 4km …

Camino Tag 1: Alles auf null

Roncesvalles – Klosterherberge, 1800 Höhenmeter, 27,2km Was ein Tag. Wo soll ich anfangen? Gestern Abend kam ich in der Herberge Beilari an und war schon sehr gespannt, da ich auf vielen Foren gelesen habe, dass man seinen Jakobsweg gar nicht besser beginnen kann, als hier im Beilari. Und ich stimme eindeutig zu! Von der Lage war es auch perfekt, denn direkt gegenüber des Pilgerbüros gelegen, kann man seine Reise gar nicht besser beginnen :). Die Magie des Abends verdanken wir dem Hospitalero Joseph, der unsere bunt-gemischte Truppe als „Night-Family“ weihte. Das heißt falls uns irgendwas auf dem Weg passieren sollte oder wir einen Ansprechpartner bräuchten, seien wir nun eine Familie, die uns auf dem Weg begleitet. Ich mag gar nicht zu viel verraten, sondern euch diesen Link mit auf den Weg geben: http://www.beilari.info/fr (Anm.: Jetzt bin ich ja schon wieder zu Hause und kann euch verraten, dass es in dieser Gruppe tatsächlich ein ganz besonderes Zusammengehörigkeitsgefühl gab, wann immer wir uns gesehen haben. Wir waren ganz bunt zusammengewürfelt; fast alle kamen aus einem anderen Land, …

Noch nicht vom Jakobsbild, nein hier in Vencice, California

Camino Tag 0: „Le long de la route“

Flughafen Frankfurt International Es geht los! Jakobsweg ich komme zum zweiten Mal !!! Endlich endlich sind 11 Klausuren geschafft und es darf nun losgepilgert werden. Schnell noch mal den Rucksack optimiert, schönste Pilger-Leggings für den Flughafen angezogen, Pilgermuschel an meinen Rucksack angebracht und in aller Hergottsfrühe auf zum Frankfurter Flughafen und von dort immer weiter nach Saint-Jean-Pie-du-Port hoch in die Pyrenäen auf den Jakobsweg. Vorher, und damit sie auch wirklich ankommen, werden diesmal schon am Flughafen meine „ich bin dann mal weg“-Postkarten eingeworfen. Mal schauen, ob sie ihren Weg finden und wer schneller wieder daheim ist :). Im Ohr dieses unglaublich tolle Lied von ZAZ „Le long de la route“ (Entlang des Weges): Prenons-nous la main Le long de la route Choisissons nos destins Sans plus aucun doute J’ai foi et ce n’est rien Qu’une question d’écoute D’ouvrir grand nos petites mains Coûte que coût – ZAZ Lass uns Hand in Hand den Weg entlang gehen Lass uns unser Schicksal ab jetzt ohne jeden Zweifel in die Hand nehmen Ich habe meinen Glauben und es …

Über die Magie des Weges, Teil II

Ich weiß, es klingt einfach und oft bekomme ich zu hören: „Deine Gedanken formen deine Realität.“ Oder „Du bist was du denkst“. Aber wie oft nimmt man diese Aussagen an? Denn was heißt das schon? Wie formen denn meine Gedanken meine Realität und was soll das für Auswirkungen auf mein Leben haben? Können Gedanken denn wirklich in mein Leben eingreifen? Bestimmt nicht so leicht, dachte ich. Doch ich musste auf dem Jakobsweg erfahren, dass alles doch ein bisschen komplizierter zu sein scheint. Oder eben viel einfacher. Wie man es nimmt! Dazu eine Anekdote meines letzten Jakobsweges, es ist meine Lieblingsgeschichte von meinem Jakobsweg 2017: Kurz hinter Burgos lernte ich auf dem Jakobsweg einen jungen Italiener kennen, er war etwa in meinem Alter und wir dachten, dass wir uns kennen würden. Ich dachte ich kenne ihn aus Logroño und er dachte wir kennen uns aus Najera. Jedenfalls kannten wir uns nicht, aber wie es auf dem Jakobsweg ist, dauerte es nicht lange, bis wir uns unterhielten. Es waren wunderbare Gespräche! Und auch die nächsten Tage begegneten …

CarolinaTravelina

Endlich Endspurt (bald geht´s los)

Nun ist es endlich (fast) soweit. Jedenfalls soweit, dass endlich endlich ohne schlechtes Gewissen der Rucksack gepackt werden darf, die Schuhe eingelaufen und die allerletzten Kleinigkeiten noch gekauft werden dürfen. Ein paar Tage dauert es zwar noch, aber bei diesem schönen Frühlingswetter geht die Zeit bestimmt auch ganz schnell und wie im Fluge rum. Heute Morgen sind auch endlich meine selbstgemachten „Ich bin dann mal weg„-Jakobsweg-Postkarten angekommen, die ich von unterwegs aus verschicken werde. Das habe ich auch letztes Jahr gemacht, doch einige meiner aus Santo Domingo de la Calzada verschickten Postkarten, sind leider immer noch nicht angekommen – vielleicht war der Briefkasten ja auch eher eine Art Attrappe ;). Einfach mal 3-4 Wochen online nicht erreichbar sein. Es tat mir letztes Jahr sehr gut, Whatsapp zu löschen und mein E-Mail Postfach mit einem „Ich bin leider die nächsten 4 Wochen nicht zu erreichen“-Spruch zu belegen. Dadurch habe ich den Kopf freibekommen und konnte nicht nur physisch, sondern auch psychisch etwas Abstand zum Alltag nach Hause schaffen, zwar habe ich dadurch bestimmt die eine oder andere …

Carolina Travelina

Was bedeutet es, ein „Pilger“ zu sein?

Was ist denn eigentlich ein Pilger? Wikipedia sagt hierzu: Pilger, veraltet auch Pilgrim („Fremdling“), stammt vom lateinischen Wort peregrinus (oder peregrinari, „in der Fremde sein“) ab. Außerdem heißt es hier, dass „Pilgern“ das Reisen auf einer Wallfahrt, bezeichnet. Also heißt Pilgern demach, ein Reisender in der Fremde auf einer Wallfahrt zu sein? Und was bedeutet Wallfahrt? Wallfahrt kommt vom deutschen Wort „wallen“, was wiederrum vermutlich aus dem westgermanischen kommt und so viel bedeutet wie „sieden“, „strömen“ oder „bewegen“. Wie sagt Goethe so schön in seinem „Zauberlehrling“? „Walle, walle – manche Strecke, dass zum Zwecke Wasser fließe und mit reichem, vollem Schwalle zu dem Bade sich ergieße!“ – Johann Wolfgang von Goethe Wallen heißt also sich bewegen, sich aufzumachen und im übertragenden Sinne auch auf der Suche zu sein. Die katholische Kirche übersetzt die Wallfahrt mit „der Sehnsucht Gott in heiligen Stätten nahe zu sein“. Dieser Auffassung nach, geht es also vorallem um das Besuchen eines Heiligtumes, um Büße zu tun und auch Gelübde abzulegen, um den Glauben und Bekentnisse zu erneuern – ganz allgemein um …

Über die Magie des Weges, Teil I

Es gibt so viele Pilger, die von ihrer Reise zurückkehren und unter anderem davon berichten, dass sie sich auf dem Camino keine Sorgen machen mussten, denn der Camino „habe für sie gesorgt“. Doch was genau meinen sie denn alle damit? Dazu eine Anekdote von meiner letzten Reise auf dem Camino: Auf meinem letzten Jakobsweg habe ich die Erfahrung gemacht, dass alles seinen Weg findet. Es war morgens um halb sechs in Ponferrada (etwa der zwanzigste Tag meiner Reise) und ich hatte keinen Schlaf gefunden, denn die letzten Jahre waren voller solcher Emotionalität, wir hatten gelacht und geweint, meine Gruppe hatte sich getrennt und wiedergefunden – ich hatte Menschen getroffen, die mich mit ihren Geschichten sehr berührt hatten, es ging um Krankheiten, Verluste, Freundschaft und Liebe. Als ich entschloss früh aufzubrechen und meinen Rucksack zusammenpackte, viel mir auf, dass meine Regenjacke verschwunden war. Ein Blick aus dem Fenster bestätigte meine innere Furcht; es regnete in Strömen. Ich schaute im Aufenthaltsraum nach und fand sie nicht, fragte einige Pilgern die schon wach waren und auch die Hospitaleros, …

Vorurteile über den Jakobsweg

Achja, Vorurteile über den Jakobsweg gibt es zuhauf. Gibt es einen anderen Weg, der mehr von Vorurteilen geprägt ist? So glauben doch viele Menschen, dass der Jakobsweg, der Camino etwas für Aussteiger oder Spinner sei. Etwas für strenggläubige Katholiken oder pendelnde Esoterikfreaks, etwas für Menschen mit Depressionen und Angst vor dem „realen“ Leben, etwas für Sünder auf der Suche nach Ablass, für Weltverschwörer und so wieter und so weiter. Ich schreibe das alles mal ganz direkt, da ich das alles schon in meinem Umfeld so oder so ähnlich gehört habe. Und dazu sage ich nur zu den lieben, nennen wir sie mal Camino-Kritikern – schön, dass ihr rundum glücklich seid mit eurem Lebensweg. Schön, dass ihr euer Leben und euch selbst auch in eurem Alltag reflektieren könnt und dazu die „Sicht aus der Ferne“ nicht braucht, schön, dass ihr immer „auf der richtigen Spur seid“, die richtige Abzweigung nehmt, die richtige Geschwindigkeit habt, dass euch Medien und Menschen nicht zu viel beeinflussen und ihr euer Medienkonsum (oder jeglichen anderen) immer im Griff habt. Schön, dass …

Warum denn bloß alleine reisen?

Oft werde ich gefragt warum ich gerne alleine reise. Gerade im Bezug auf den Jakobsweg ist das immer mal wieder Thema. Letztes Jahr war es so, dass ich, wirklich alleine gehen wollte. Ich wollte die Erfahrung machen, wie es ist, auf mich selber gestellt zu sein und mein eigenes Tempo vorzugeben. Und ich wollte mich alleine um meine sieben Sachen kümmern und lerne sehr gerne neue Leute kennen. Alleine bist du frei, offen für Gespräche und neue Begegnungen – das genieße ich sehr! Es gibt auf dem Jakobsweg sehr viele Leute, die auch alleine sind und die sich über Begleitung auf einer Wegstrecke freuen, manchmal werden daraus auch Tage und Wochen, das hängt alles davon ab, wie man das magst – aber, dass man 800km alleine ist, obwohl man sich Begleitung wünscht, habe ich auf dem Camino bis jetzt nicht erlebt. Meine Gruppe war letztes Jahr bunt gemischt und durcheinander. Die Konstellationen änderten sich öfters und so lief ich die ersten Tage mit 3 Medizinstudentinnen aus Australien, Kanada und London, später mit Mariah aus Australien …

Einmal Jakobsweg – immer Jakobsweg?

Wie oft habe ich letztes Jahr geweint, gelacht, Menschen auf diesem Weg verloren und wiedergefunden. Im Verlaufe meiner 30 Tage auf dem Camino hatte ich Menschen getroffen, die in kürzester Zeit zu einer Familie wurde. Ich habe Leo aus Brasilien getroffen, der schon nach 4 Tagen für mich zu wie ein Bruder wurde. Ich bin so unglaublich dankbar, dass ich ihn getroffen habe und unendlich dankbar, dass diese Freundschaft auch weiterhin besteht und ich ihn im Sommer besuchen werde. Ich bin dankbar für Mariah aus Australien, Mayra aus Mexico, Andrea aus Italien (bei dessen Familie ich den Sommer am Gardasee verbringen durfte), KM und SK aus Korea und Jorge und Chechu aus Spanien, die beide am Camino wohnen und die ich in Logroño und Santo Domingo de la Calzada besuchen werde. Es war eigentlich auch dieses Jahr überhaupt nicht geplant den Camino zu laufen. Aber es kam dennoch irgendwie anders. Wie sagt die Pilger-Community so schön: „Der Jakobsweg ruft dich!“ Na mal schauen, was dieses Jahr davon stimmt…. Es war eigentlich geplant eine Réunion in …

El Camino de las Estrellas

Vom Wollen und Wandeln

Hallo ihr lieben Weltenbummler und herzlich Willkommen auf meinem Blog „Carolina Travelina“. Hier nehme ich Euch mit auf meine Pilger- und Abenteuerreisen, denn ich selbst finde es unglaublich schön und spannend via Blog, Magazinen und Büchern auch mal bei anderen Menschen mit-zu-reisen. Gerne könnt Ihr mich hier „Schritt für Schritt“ um die Welt begleiten. Inspiriert zum Reisen hat mich vor etwa 5 Jahren das Buch: „Das große Los“ von Meike Winnemuth, welches mich dazu bewegt hat auch selber ein bisschen mehr und intensiver durch die Welt zu wandeln. Hierbei ging es mir vor allem darum auch an meinen Reiseorten meiner Umwelt gegenüber bewusster zu sein, also nicht nur den 1000 Tempel berührt und fotografiert zu haben 🙂 sondern auch an verschiedenen Orten zu leben, Freundschaften zu knüpfen und neue Erfahrungen zu sammeln. Letztes Jahr und nach ziemlich viel Hin- und Her, nach meinem ersten Staatsexamen, Krankheit, Praktika und sagen wir mal so schön plötzlichen Lebenskonzeptänderungsbedingungen hieß es jetzt: Was tun mit meiner gewonnen Zeit? Wo will ich denn eigentlich hin? Was will ich erleben? Eine …