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„Wann immer ich kann, werde ich für den Rest meines Lebens eine Pilgerin sein.“

Interview mit Faby über ihre Erfahrungen und Tipps für den portugiesischen Jakobsweg

Meine Pilgerfreundin Faby, die ich auf einem meiner Jakobswege kennen lernen durfte, ist im letzten Halbjahr den Camino Portugues gelaufen und da ich selbst gerade nicht dazu komme zu pilgern (ich bin Mami geworden :-)), habe ich mich sehr gefreut, dass sie ein kleines Interview über ihren Camino mit mir geführt hat. Faby ist gebürtige Costa Ricanerin, lebt aber mit ihrer Familie in Guatemala.

Es ist immer sehr schön, auf diese Art und Weise mitpilgern zu dürfen! Vielen Dank liebe Faby für deine Mühe und die tollen Bilder.

Damit auch die nur spanischsprechenden Mitleserinnen und Mitleser Fabys Weg und Erfahrungen auf dem portugiesischen Jakobsweg verfolgen können, findet sich unter den Antworten immer noch das spanische Original.

Welchen Camino bist Du dieses Jahr gelaufen?

In diesem Jahr war meine Pilgerroute der portugiesische Weg entlang der Küste von Porto nach Santiago, zusätzlich dazu habe ich einen kleinen Umweg über den spirituellen Weg von Combarro gemacht, bin dann aber zurück nach Pontevedra, um mit dem traditionellen Weg fortzufahren.

(Original: ¿Cual Camino has recorrido este ano? – Este año la ruta ha sido Camino Portugués por la Costa y desde Porto hasta Santiago, en adición un pequeño desvío por el camino Espiritual desde Combarro pero retornando a Pontevedra para continuar con el tradicional.)

Hast Du alle Unterkünfte im Voraus organisiert?

Eigentlich habe ich nur meinen Aufenthalt in Santiago im Voraus gebucht, ich ändere normalerweise spontan die Etappen, so dass es besser ist, am selben Tag zu buchen, und ich habe es ohne Probleme geschafft immer etwas zu finden, außer in Pontevedra.

(Original: ¿Organizó todo el alojamiento de antemano? – En realidad he organizado de antemano únicamente mi estadía en Santiago, suelo modificar las etapas por lo cual es mejor reservar el mismo día y lo he conseguido sin problema, excepto por Pontevedra.)

Warum bist Du dieses Jahr den Camino gelaufen?

Der Camino ist für mich ein Ort der Entspannung, der persönlichen Begegnung und der Begegnung mit anderen. Angesichts der Veränderungen in unserem Leben infolge der Pandemie kann ich keinen besseren Ort finden, um diese Erfahrung und diesen Moment der Geschichte zu verarbeiten.

Außerdem kann ich hier auf dem Camino Frieden mit dem Verlust meiner Tochter schließen, die ich nie kennengelernt habe. Hier auf der Pilgerreise, spüre ich sie in der Tiefe des Waldes und es ist ein guter Moment für mich, um Inne zu halten und zu akzeptieren.

(Original: ¿Por qué has hecho el Camino este año? – El Camino es para mi un espacio de descompresión, de encuentro personal y de encuentro con el prójimo, con los cambios en nuestra vida a raíz de la pandemia no encuentro un mejor lugar para absorber lo que ha sido esta experiencia y este momento en la historia. Como te contara Carolina, en él pude encontrar la paz y aceptación por la usencia de mi hija que no llegue a conocer pero que siento sobre todo en la peregrinación y que me emociona siempre. Acá en el silencio del bosque es siempre un momento imperdible para ello.)

Gibt es eine Unterkunft, die Dich inspiriert hat und die Du empfehlen würdest?

Als ich in Porto in Three Houses & Bedrooms ankam, erinnerte mich die Unterkunft an das Haus meiner Kindheit. Es war ein sehr schöner Ort, der mich auch für den Rest des Caminos inspirierte. Ich muss gestehen, dass ich sonst nicht immer die üblichen Orte für Pilger aufsuche, sondern gerne auch Hotels.

Auch schön war das Hotel Bruselas in A Guarda und das Hotel Chef Rivera in Padrón, das ist zwar sehr teuer, aber nach zwei langen Etappen konnte ich mir dieses Geschenk machen und hier unterkommen. Das beste Zimmer und das beste Bett des ganzen Camino!!!

(Original: ¿Hay algún alojamiento que te haya inspirado y que recomiendes? – Al llegar a Porto en Three Houses & Bedrooms, el alojamiento me recordó mi casa de infancia, fue un bonito lugar para inspirar el resto del Camino, he de confesar que no siempre voy al habitual de un peregrino … Luego En el Hotel Bruselas en A Guarda y Hotel Chef Rivera en Padrón, este es alto en precio pero luego de un recorrido de dos etapas largas pude darme este regalo. El cuarto supremo y la mejor cama de todo El Camino.)

Hattest Du besondere Erlebnisse auf dem Camino?

Wie immer habe ich auf dem Camino mehr als eine besondere Erfahrung gemacht, aber die vielleicht denkwürdigste war, dass mich in Caldas De Reis, während ich meine Füße in den heißen Quellen ausruhte, eine einheimische Dame, mit dem Namen Pilar, ansprach und ein schönes Gespräch mit mir begann. Wir verstanden uns so gut, dass das Gespräch im Esszimmer ihres Hauses endete, wo sie mir ein hausgemachtes Mittagessen und den Familienwein servierte. Dies verzögerte zwar meine Route, aber sie erwähnte mehr als einmal, dass es einen besonderen Grund dafür geben musste, dass meine Route sich so stark verzögerte. Als ich meine Etappe fortsetzte war es schon 16:45Uhr und ich hatte noch einige Kilometer zu laufen. Angst vor der Dunkelheit und dem Alleinsein im Wald hatte ich auch. Außerdem regnete es in Strömen. Aber plötzlich konnte ich in der Ferne jemanden sehen und beschleunigte mein Tempo. Zu meinem Glück war es eine bezaubernde junge Pilgerin aus Portugal, die bereits sehr müde vom langen Laufen war. Wir beide verstanden, dass wir Glück gehabt hatten, einander zu finden und in der Lage sein würden diesen Abend, auf dieser Etappe, aufeinander aufzupassen. Wir kamen um circa 22.15 Uhr in Padrón an, klatschnass vom Regen, der über viele Kilometer auf uns niederprasselte, aber wir waren beide wohlauf. Und ich war froh um die Verzögerung, die uns zusammengeführt hatte.

Noch unvergesslicher wurde das Erlebnis, als ich Pilar, die mich in ihr Haus in Caldas De Reis einlud, wie durch einen Zufall in Santiago wieder traf. Ein ganz besonderer Moment.

Ich hatte ganz viele dieser tollen Momente – ich könnte ein Buch darüber schreiben.

(O: ¿Tuviste alguna experiencia especial? – Como siempre El Camino me regala más de una experiencia, pero quizás memorables fue que en Caldas De Reis, mientras descansaba mis pies en las aguas termales una señora del lugar se acercó y entablo una conversación conmigo que termino en el comedor de su casa sirviéndome un almuerzo casero y vino familiar, esto sin duda retraso mi ruta y ella en mas de una ocasión menciono que había una razón para ella, y si que descubrí que la había, mi segunda etapa hacia Padrón la inicie a las 4:45 p.m., sin duda un horario poco común y la preocupación de llegar durante la noche y estar en bosque sola ya en obscuridad me gano, decidí correr por 2 Kms y regresar si no encontraba a nadie, a la distancia pude visualizar a alguien y agilice mi paso, para mi fortuna una chica encantadora de Portugal que iba destrozada de sus pies ya a un paso muy lento sería mi compañera, entendimos las dos que habíamos corrido con suerte de encontrarnos y podernos cuidar ambas. Llegamos a Padrón pasadas las 10:15 p.m. y empapadas por la lluvia que nos cayo durante muchos kilómetros pero bien ambas. Que la hizo memorable: La señora de nombre Pilar, cuando le consulte porque la soltura en llevarme hasta su casa sin conocerme, me dijo, te equivocas, nosotros tenemos la oportunidad de conectarnos con energías similares de gente buena y de alma pura, la que tengo yo y la que tienes tu, lo sentí y por eso estas aquí, a ambas nos rodaron las lagrimas, fue un momento muy especial, y en mi ultima tarde en Santiago, escucho mi nombre y es ella!! Nuevamente un encuentro especial. Especial porque me considero muy Mariana y la Virgen del Pilar ha tenido siempre mucho que ver conmigo… como te digo, podría hacer un libro de experiencias.)

Hast Du andere Pilger kennen gelernt?

Ja, ein paar ganz besondere Italiener, mit denen ich zwei Tage lang in Portugal gelaufen bin. Das war vielleicht meine schönste Begegnung auf diesem Camino. Auf dieser Strecke sind viel mehr Pilger mit dem Fahrrad unterwegs als zu Fuß. Außerdem gibt es viel Asphalt, was es viel schwieriger macht, mit anderen Pilgerinnen und Pilgern in Kontakt zu treten. Ich lernte auch eine nette irische Frau kennen und viele andere kennen.

Insgesamt habe ich aber viel weniger Menschen getroffen als auf dem französischen Jakobsweg. In Santiago wäre ich sogar fast allein angekommen, aber auf den letzten Kilometern traf ich einen netten Kolumbianer.

(O: ¿Conociste a otros peregrinos? – Síi una pareja de italianos super especiales, con ellos camine dos días en Portugal, fue quizás mi mayor encuentro en este Camino. Esta ruta tiene muchos mas peregrinos en bicicleta que a pie, también mucho asfalto, eso dificulta mas el conectar con otros. También conocí a una irlandesa con la que nos acompañamos una etapa. Pero como te digo la experiencia humana fue menor que en mis rutas anteriores en el Frances, sin embargo, compenso en Santiago, casi entro sola a Santiago pero en los últimos 16 K encontré a un colombiano.)

Würdest Du den Camino gerne noch einmal gehen?

Wann immer ich kann, werde ich für den Rest meines Lebens ein Pilger sein.

(O: ¿Te gustaría volver a recorrer el Camino? – Cada vez que pueda, seré Peregrina el resto de mi vida.)

Glaubst Du, dass es etwas Besonderes auf dem Camino gibt, das ihn einzigartig macht?

Auf dem Camino findet man in der Spiritualität Frieden mit sich selbst. Frieden mit sich selbst bringt einem dem Nächsten näher und der Nächste bringt einen zu Gott. Ja, der Camino hat etwas Magisches, und ich bin der Beweis dafür, denn wer mich vorher und nachher kannte, weiß, dass es wirklich so ist.

(O: ¿Crees que hay algo especial en el Camino que lo hace único? -En el camino encuentras en la espiritualidad la paz contigo, la paz te acerca al prójimo y el prójimo a Dios. Sí hay magia en El Camino y yo prueba de ello, quien me conoció antes y después sabe que es así.)

Welchen Rat würdest Du Menschen geben, die noch unentschlossen sind, ob sie den Camino gehen sollen?

Der Camino ist eine großartige Gelegenheit für persönliche und lebensverändernde Begegnungen mit anderen und mit sich selbst. In meinem Fall hat er mir das Geschenk gemacht, klar zu sehen, was ich für mich selbst will. Er hat mich dazu gebracht, ein besserer Mensch zu werden und er hat mich um eine neue Sicht auf die Welt bereichert. Aber er hat mich auch aufgefordert, mich zu verändern. Ich fühle jetzt die Verpflichtung, jeden einzuladen das Jetzt zu leben, um keinen Moment verstreichen zu lassen, denn unser Leben ist hier und wird immer HEUTE sein. Außerdem sehe ich nun klar, dass das Glück bei den kleinen Dingen liegt und wir befreiter leben, wenn wir dies erkennen.

Und eine letzte Botschaft: Der Weg ist immer in uns.

(O: ¿Qué aviso te gustaría dar a las personas que aún están indecisas sobre la posibilidad de hacer el Camino? El Camino es una gran oportunidad de encuentro personal y con otros que modifica la vida y que en mi caso me ha dado el regalo de ver con claridad lo que quiero para mí. Me ha llevado a ser una mejor persona, ha enriquecido mi visión del mundo, me ha dado mucho pero también me ha pedido, siento ahora el compromiso de invitar a todos a vivir a no dejar nunca pasar ningún momento, porque nuestra vida es y será siempre HOY. A tener también claramente que la felicidad esta al lado de las pequeñas cosas y se vive mas liberado cuando se reconoce esto. Sobre todo que El Camino está siempre en nosotros.)

4 Kommentare

  1. Cecilia Troyo Ulloa sagt

    Muy linda la entrevista, anima a vivir una experiencia especial y única!
    Muy motivador para hacerla con el objetivo de cambiar, sanar o madurar lo que necesitas trabajar en tu vida o en lo que te rodea.
    Gracias Fabi por compartir tus sentimientos tan nobles y a Carolina por hacerlos llegar a mi alcance y ojalá al alcance de muchos!
    Saludos y a continuar por nuestro peregrinar por esta vida!

  2. Matthias Trzeciok sagt

    Vielen Dank für diesen wunderbaren und so sympathischen Bericht! Es lässt einen auch in der Ferne einen Moment inne halten. Das tut GUT 🙂

    Ich wünsche wenig schlaflose Nächte als frisch gebackene Mama und dafür umso mehr Freude mit der kleinen Tochter und dem Papa natürlich.

    Auf weitere Berichte & Interviews mit interessanten Menschen freue ich mich bereits.
    herzliche Grüße aus Berlin/Brandenburg

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