Alle Artikel mit dem Schlagwort: bedeutung pilgern

Camino Tag 14: Wieder zurück

Zugfahrt, durch die Meseta, etwa 250km Heute morgen hatte ich in Santo Domingo de la Calzada die Eingebung irgendwie doch nochmal weiter zu laufen und zwar nach Foncebadón, um morgen in aller Frühe meinen „Sorgenstein“ am Cruz de Ferro abzulegen. Nur ist es gar nicht so einfach dort anzukommen! Gegen 7:30Uhr machte ich mich in Santo Domingo via Bus auf den Weg und bin nun im Zug auf dem Weg nach Astorga um dann gegen 15Uhr loszulaufen! Mal schauen was dieser Tag so bringt! Foncebadón, 28km Wen man merkt, dass man das richtige getan hat, obwohl man vorher viele Zweifel hatte, ist es ein wunderbares Gefühl! Und gerade die Zweifel vorher, machen es eigentlich noch schöner, denn sie zeigen, dass Zweifeln erlaubt ist! Man muss sich nicht immer sich sein, über seinen Weg und seine Entscheidungen, sondern es reicht zu wissen, dass man wahrscheinlich den richtigen gewählt hat, da wahrscheinlich wahrscheinlich der Moment kommt, indem es sich richtig anfühlt :). So wie meine spontane Rückkehr zum Jakobsweg für ein paar kurze Etappen. Ultreia ❤ Share …

Camino Tag 4: Vergeben, vergessen!?

Puente la Reina, 18,5km Heute waren wir auf dem Alto de Perdón. Ist es schwieriger sich selber zu vergeben oder eher denjenigen, die sich uns gegenüber auf irgendeine Art und Weise „schuldig“ gemacht haben? Denn heißt vergeben, nicht „Schuld zu erlassen“? Und heißt das wieder rum, das Vergebung immer mit persönlicher Schuldzuweisung zusammen hängt? Denn wie kann ich vergeben, wenn ich nicht das Gefühl habe, dass mir Unrecht getan wurde? Und ist „Unrecht“ nun also mit meiner persönlichen Moral gekoppelt, mit meinen persönlichen Erwartungen? Erwartungen heißt, dass ich selbst diejenige oder derjenige bin, die durch meine Haltung und meine Gedanken „Unrecht“ empfinden kann, denn ich meine mit diesem Unrecht keine strafrechtlichen Gesetzesbrüche und sagen wir „klare Grenzüberschreitungen“, sondern das kleine Unrecht des Alltags, denn das ist das Unrecht das ich kenne und das der ältere deutsche Pilger meinte, mit dem ich am Flughafen über den „Alto de Perdón“ (auf Deutsch: Höhe/Berg der Vergebung) sprach. Nach christlicher Pilgertradition ist dies der Berg auf dem man Menschen vergeben soll, die einem auf irgendeine Art und Weise Unrecht …

Camino Tag 2: Held des Tages

Villava, etwa 40km hinter Roncesvalles Was ein anstrengender aber schöner Tag! Irgendwie liefen wir viel viel weiter als gedacht. Morgens war ich leider erstmal als „Pilgerschreck“ in der Klosterherberge unterwegs, denn da ich weder einschlafen noch aufwachen konnte, hielt ich es irgendwann im Klosterkeller nicht mehr aus und wollte mich deshalb gegen 5Uhr morgens auf den Weg machen, nur um festzustellen, dass die schwere Klosterpforte noch geschlossen war. Als ich dann doch vom Herbergsvater rausgelassen wurde und vor dem dunklen Buchenwald stand und ein paar Schritte ging, drehte ich auch gleich wieder um und setzte mich neben das berühmte „Santiago-Schild“, um mit dem ersten Pilger, der mir über den Weg lief, diese dunkle Passage zu meistern. Denn es war wirklich stockduster und nicht einmal Vogelgezwitscher zu hören! Der Italiener, der mir gegen 06:30Uhr entgegen kam, war auch froh, dass wir zu zweit waren, da zwei Lampen immerhin mehr Licht geben als eine :). Einige Zeit später traf ich einen jüngeren Engländer und wir verquatschten uns, sodass wir total vom Weg abkamen und einen etwa 4km …

Carolina Travelina

Was bedeutet es, ein „Pilger“ zu sein?

Was ist denn eigentlich ein Pilger? Wikipedia sagt hierzu: Pilger, veraltet auch Pilgrim („Fremdling“), stammt vom lateinischen Wort peregrinus (oder peregrinari, „in der Fremde sein“) ab. Außerdem heißt es hier, dass „Pilgern“ das Reisen auf einer Wallfahrt, bezeichnet. Also heißt Pilgern demach, ein Reisender in der Fremde auf einer Wallfahrt zu sein? Und was bedeutet Wallfahrt? Wallfahrt kommt vom deutschen Wort „wallen“, was wiederrum vermutlich aus dem westgermanischen kommt und so viel bedeutet wie „sieden“, „strömen“ oder „bewegen“. Wie sagt Goethe so schön in seinem „Zauberlehrling“? „Walle, walle – manche Strecke, dass zum Zwecke Wasser fließe und mit reichem, vollem Schwalle zu dem Bade sich ergieße!“ – Johann Wolfgang von Goethe Wallen heißt also sich bewegen, sich aufzumachen und im übertragenden Sinne auch auf der Suche zu sein. Die katholische Kirche übersetzt die Wallfahrt mit „der Sehnsucht Gott in heiligen Stätten nahe zu sein“. Dieser Auffassung nach, geht es also vorallem um das Besuchen eines Heiligtumes, um Büße zu tun und auch Gelübde abzulegen, um den Glauben und Bekentnisse zu erneuern – ganz allgemein um …